TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Category: structure

Spannungsbogen

7-IMG_7400Geschichten und Vorträge brauchen einen Spannungsbogen, lernen wir jedes Mal aufs Neue, wenn ein Vortrag mit erdrückender Faktenlastigkeit beginnt. Nein, wir wollen nicht zuerst die Darsteller eines Filmes aufgelistet bekommen, wir wollen wissen, worum es geht. Sie selber aber brauchen auch Spannung. Wer total tiefenentspannt nach vorne schlurft, ist nicht in bester Form. Spannung überträgt sich. Spannung ist eine innere und äußere Haltung. Es ist wie bei einem Flitzbogen oder bei einem Geigenbogen. Ohne Spannung keine Musik, keine Dynamik, kein Schwung. Ohne Spannung fallen Ihnen Ihre müden Worte auf die Füße, statt uns zu erreichen.
1-IMG_7386Introducing the Fliederhörnchen. Ja, es hat Angst. Seine Ohren sind ganz besonders aufgeregt. Aber es hat auch Hunger. Der Winter war lang. Es traut sich also was. Es kommt raus aus seiner Komfortzone.
6-IMG_7399Und wenn alles gut geht, kann es später noch ein wenig entspannt an der Bar abhängen – »Noch’n Korn!« – und Abenteuergeschichten erzählen. 3-IMG_7392

Bis die Elster kommt.

Season 3

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Und man weiß, es wird nicht gut ausgehen, und man weiß, die Geschichte ist nicht mehr aufzuhalten, und der Erzähler schiebt ein paar scheinbar harmlose Sätze vor den eigentlichen Anfang und erklärt, wer die Oboe ist und wer die Streicher, wer die Ente und wer die Katze. Und wer die Musik kennt und Peter und den Wolf, der weiß, dass es für die Akteure unaufhaltsam dem Ende zugeht; nur sie selber wähnen sich noch planvoll handelnd. — Fargo Season 3 ist vortragsklüger als jedes Handout zu Aufbau und Struktur es jemals sein könnte und ganz, ganz großes Kino.

Dungeons & Dragons

VieleWege.pngHeute im Seminar am eigenen Input bewiesen, dass sich jeder seine eigene Botschaft bastelt, wenn wir sie nicht deutlich genug machen. Ich rede 20 Minuten, es ist auch ganz nett, sagen sie danach, als sie evaluieren dürfen. Aber ich lasse die Hauptsache aus. Ich sage ihnen nicht, worum es heute geht.

Es geht heute um alles ein bisschen. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Vortrag zu strukturieren. So viele mögliche Einstiege. Es ist so vieles wichtig. Der Spannungsbogen. Die didaktische Treppe. Der gemeinsame Nenner. Das COIK-Syndrom. Es sind unterhaltsame 20 Minuten. Es gibt Drachen und Feuerwerk. Aber erst als ich ihnen den Namen meiner Keynotedatei vorlese, sagen sie: Ach so! Obwohl es auch eine dedizierte Ach-so-Folie gab. Aber da kletterte gerade ein Männchen munter animiert die didaktische Treppe hoch und machte oben ein Selfie. Da geht so ein Ach so schon mal unter.

Alles macht Sinn, alles findet sich später auch in ihren eigenen Übungsvorträgen wieder. Ich kann immer wieder sagen: Das war wie bei mir vorhin. Alles war relevant. Aber ohne klare Richtung wissen wir nicht, worauf wir achten sollen. Und niemand kann 20 Minuten lang auf alles achten. Also achtet man auf das, was einem relevant erscheint.

Von allen Inputs im ganzen Semester sind diese 20 Minuten die wichtigsten. Denn ihr kritisches Feedback erfasst es richtig und gut, was nicht richtig und gut war: Jeder nimmt etwas anderes mit. Aber keiner alles und keiner meine eigentliche Botschaft. Die muss ich ihnen danach und im Sitzen und in aller Ruhe erklären.

Meine Datei heißt übrigens: Viele_Wege_kein_Ziel.key

Two in one; undone

IMG_3758Passen Sie auf, dass Sie nicht versuchen, mehr als einen Vortrag auf einmal zu halten. Sie haben nur fünf Minuten.

Worum geht es also? Und worum geht es wirklich?

Dieses Posting gibt es eigentlich nur, weil ich den Probelaserklotz nicht wegwerfen wollte. Ab jetzt hat er Relevanz. Und hätte ich es nicht erzählt, würde alles wie von langer Hand geplant wirken. Manches muss man nicht planen; es findet sich einfach. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Und die wäre besser ein eigenes Posting.

See what I mean?

Wicked!

Und so stellt man eine fast fertige Produktidee vor – Extrem charmanter Pitch. Very UK. Aber da komme ich nun mal her. 01:30ff ist die Stelle, ab der ich mich rettungslos verliebe. »See what I mean?«

Ganz frisch aus Youtube. [Via Reddit und dann überall]