Dungeons & Dragons

by anketroeder

VieleWege.pngHeute im Seminar am eigenen Input bewiesen, dass sich jeder seine eigene Botschaft bastelt, wenn wir sie nicht deutlich genug machen. Ich rede 20 Minuten, es ist auch ganz nett, sagen sie danach, als sie evaluieren dürfen. Aber ich lasse die Hauptsache aus. Ich sage ihnen nicht, worum es heute geht.

Es geht heute um alles ein bisschen. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Vortrag zu strukturieren. So viele mögliche Einstiege. Es ist so vieles wichtig. Der Spannungsbogen. Die didaktische Treppe. Der gemeinsame Nenner. Das COIK-Syndrom. Es sind unterhaltsame 20 Minuten. Es gibt Drachen und Feuerwerk. Aber erst als ich ihnen den Namen meiner Keynotedatei vorlese, sagen sie: Ach so! Obwohl es auch eine dedizierte Ach-so-Folie gab. Aber da kletterte gerade ein Männchen munter animiert die didaktische Treppe hoch und machte oben ein Selfie. Da geht so ein Ach so schon mal unter.

Alles macht Sinn, alles findet sich später auch in ihren eigenen Übungsvorträgen wieder. Ich kann immer wieder sagen: Das war wie bei mir vorhin. Alles war relevant. Aber ohne klare Richtung wissen wir nicht, worauf wir achten sollen. Und niemand kann 20 Minuten lang auf alles achten. Also achtet man auf das, was einem relevant erscheint.

Von allen Inputs im ganzen Semester sind diese 20 Minuten die wichtigsten. Denn ihr kritisches Feedback erfasst es richtig und gut, was nicht richtig und gut war: Jeder nimmt etwas anderes mit. Aber keiner alles und keiner meine eigentliche Botschaft. Die muss ich ihnen danach und im Sitzen und in aller Ruhe erklären.

Meine Datei heißt übrigens: Viele_Wege_kein_Ziel.key