TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Bring me that horizon

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Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen. Das predige ich nun schon seit vielen Jahren, wenn es ums Thema Vortrag geht.

Für meine/unsere jungen Gründer aber kann das ruhig noch ein wenig griffiger sein. Für sie geht es in den nächsten Tagen immer nur um eins: auf den Punkt zu kommen. Mein Kompassmond ist mir eine sine qua non: ich glaube an Richtungen, nicht an Ziele. Vom Kompass ist es nicht sehr weit: Nichts fasst Gründung besser zusammen als der alte Wahlspruch derer vom grauen Meer. Ein weites Herz brauchen sie, die jungen Gründer. Leidenschaft und den Glauben an sich und ihr Produkt. Und einen scharfen Blick, eine Vision, einen klaren Horizont: eine Richtung eben. Rüm Hart. Klaar Kiming.

Season 3

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Und man weiß, es wird nicht gut ausgehen, und man weiß, die Geschichte ist nicht mehr aufzuhalten, und der Erzähler schiebt ein paar scheinbar harmlose Sätze vor den eigentlichen Anfang und erklärt, wer die Oboe ist und wer die Streicher, wer die Ente und wer die Katze. Und wer die Musik kennt und Peter und den Wolf, der weiß, dass es für die Akteure unaufhaltsam dem Ende zugeht; nur sie selber wähnen sich noch planvoll handelnd. — Fargo Season 3 ist vortragsklüger als jedes Handout zu Aufbau und Struktur es jemals sein könnte und ganz, ganz großes Kino.

Dankeschön

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In jeder Sitzung schreiben Sie, meine Studierenden, fleißig mit, was Sie an den Vorträgen der anderen Vortragenden wahrnehmen. Und manchmal machen Sie aus der drögen Beobachtungsbrille, die ich Ihnen aufsetze (Verständlichkeit, Text, Bild, Choreografie, Struktur, Spannungsbogen, Lampenfieber …) so Schönes, dass ich immer wieder sehr dankbar bin, Ihnen ein Stück auf Ihrem Weg zum besseren Vortrag helfen zu können.

Dungeons & Dragons

VieleWege.pngHeute im Seminar am eigenen Input bewiesen, dass sich jeder seine eigene Botschaft bastelt, wenn wir sie nicht deutlich genug machen. Ich rede 20 Minuten, es ist auch ganz nett, sagen sie danach, als sie evaluieren dürfen. Aber ich lasse die Hauptsache aus. Ich sage ihnen nicht, worum es heute geht.

Es geht heute um alles ein bisschen. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Vortrag zu strukturieren. So viele mögliche Einstiege. Es ist so vieles wichtig. Der Spannungsbogen. Die didaktische Treppe. Der gemeinsame Nenner. Das COIK-Syndrom. Es sind unterhaltsame 20 Minuten. Es gibt Drachen und Feuerwerk. Aber erst als ich ihnen den Namen meiner Keynotedatei vorlese, sagen sie: Ach so! Obwohl es auch eine dedizierte Ach-so-Folie gab. Aber da kletterte gerade ein Männchen munter animiert die didaktische Treppe hoch und machte oben ein Selfie. Da geht so ein Ach so schon mal unter.

Alles macht Sinn, alles findet sich später auch in ihren eigenen Übungsvorträgen wieder. Ich kann immer wieder sagen: Das war wie bei mir vorhin. Alles war relevant. Aber ohne klare Richtung wissen wir nicht, worauf wir achten sollen. Und niemand kann 20 Minuten lang auf alles achten. Also achtet man auf das, was einem relevant erscheint.

Von allen Inputs im ganzen Semester sind diese 20 Minuten die wichtigsten. Denn ihr kritisches Feedback erfasst es richtig und gut, was nicht richtig und gut war: Jeder nimmt etwas anderes mit. Aber keiner alles und keiner meine eigentliche Botschaft. Die muss ich ihnen danach und im Sitzen und in aller Ruhe erklären.

Meine Datei heißt übrigens: Viele_Wege_kein_Ziel.key

Angst 101

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Angst ist die Vorstellung von etwas.

Wir fürchten uns vor dem, was war und vor dem, was sein könnte. Angst ist nie jetzt. Angst ist immer gestern oder morgen. Angst ist manchmal aber auch etwas, an dem wir uns liebevoll festklammern. Wir übersehen dabei oft, dass wir uns einen Käfig bauen, der nach oben hin weit offen ist. Wir schauen nur nicht dorthin. Wir konzentrieren uns auf unsere Angst. Wir sehen nach unten und schwarz.

In meinen Seminaren sitzen so viele Ängste. Fast alle nehmen sich zu viel Raum.

Seit Wochen hören wir, dass einer sich fürchtet vor dem Vortrag. Seit Jahren schon. Endlich ist heute. »Am besten entschuldige ich mich kurz vorher noch mal.« »Nein,« sage ich. »Vielleicht brauchen wir Ihre Angst heute gar nicht. Reden Sie lieber über das, was Ihnen am Herzen liegt: Ihre Fotografie. Der Rest findet sich. Ihre Angst setzen wir nach vorne neben Sie, wo sie einander sehen können.«

Und dann ist es, wie es immer ist. Und die Angst spielt zumindest heute keine Rolle. Sie ist fast unsichtbar. Sie bekommt Milch und Kekse. Wir aber bekommen einen Vortrag aus der Dunkelkammer, aus Licht und Schatten, aus Gesichtern und Momenten. Und über das, was man alles nachbearbeiten kann oder könnte, über Lautstärke und Fokus: darüber reden wir beim nächsten Mal. Denn ab jetzt gibt es ein nächstes Mal.