TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Category: body talk

Daenerys, my dear #2

2-IMG_3980
Mein Lieblings-Ressourcensatz aus dem Coaching (siehe Novemberposting) endlich mit Bild. – Danke, Noun Project. Danke, Küchentisch.

 

Locomotive Breath

Ihre Stimme ist ein wunderbares Instrument, das geübt werden will. Rund 100 Muskeln sind am Sprechen oder Singen beteiligt. Aufwärmübungen für die Stimme sind also unbedingt eine gute Idee und einige Übungen können Ihnen sogar helfen, Ihr Lampenfieber in den Griff zu bekommen oder einen Black-out zu vermeiden. Richtig Atmen (und damit reichlich Sauerstoff im System) ist das einzige, womit Sie kognitiv gegen Redeangst anarbeiten können.

Stimm- und Atemübungen wollen aber gerade zu Semesterbeginn viele nicht in der Gruppe machen. Das ist auch ganz verständlich, man sieht mit weit geöffnetem Mund und hängendem Unterkiefer dümmlich bis albern aus. Gerade Herumalbern ist jedoch mit das Beste, was wir für unsere Stimmen tun können. Lachen entspannt. Aber es gibt auch unalberne Übungen und viele davon kann man alleine zuhause machen oder gemeinsam in einem unserer Einzelcoachings. Bei ernsten Stimm-  und Sprechstörungen sollten Sie jedoch unbedingt unter Anleitung erfahrener Logopäden oder Stimmtherapeuten arbeiten.

In der obigen Trainingssequenz zeigt Claudia Rübben-Laux vom Chorverband NRW sehr schön, wie Sie zu einer guten und entspannten Haltung kommen und warum diese fürs Sprechen und Singen wichtig ist. Körper führt Stimme. Text aber auch!

Everything is connected.

So wichtig Stimmen für  Vorträge auch sind: Es ist nicht richtig, dass unsere Wirkung auf andere Menschen zu mehr als 38% von unserer Stimme abhängt und nur zu 7% von dem Gesagten selbst. Das wird zwar sehr oft (und leider aber verständlicherweise auch von Stimmexperten) so postuliert, beruht aber auf einer Fehlinterpretation einer Studie, der berühmt-berüchtigten Mehrabianstudie, aus den 70ern. Mehr dazu im nächsten Posting.

Body Talk revisited

Unfortunately the science claim made by Amy Cuddy and her team that power posing leads to actual hormonal changes on a neuroendocrine level seems to have been overreaching. Just when we thought we had seen the light. This does not mean that your body is not a wonderful ressource. Giving yourself enough space, learning how to be comfortable inside your skin, learning about voice and breathing and posture and control and letting go will always be helpful. Everything is connected, when it comes to public speaking.

In a way I am relieved, even though the study will continue to be passed around as rock hard facts. But science needs to be like that: If we cannot reproduce certain results, if there is a possible flaw in a study, we must at least consider changing our views and try again. That is the real power posing, I find. Being open for discussions.

Related Link: Original post, the famous TED video and my comments on Cuddy as a speaker: https://teachandtrain.de/2012/10/19/body-talk

Daenerys, my dear

IMG_2756.JPG»Holt die Drachen!« ist derzeit mein Coachingsatz Nummer eins. Alternativ geht auch: »Besorgt mir ein Schiff!«

Aber Drachen sind besser. Ab Sätzen wie diesen macht Ihr Körper alles richtig. Ab Sätzen wie diesen muss man über Hände nicht weiter nachdenken, denn Sätze wie diese brauchen keine. Sätze wie diese brauchen nur eins: Stimme und Haltung … Man könnte natürlich auch sagen: »Könnte vielleicht mal irgendwer die Drachen holen, aber bitte nur, wenn es keine Umstände macht und nicht irgendwie als genderunfreundlich interpretiert werden könnte, von wem auch immer, ja, ihr Lieben?« A

uch dann macht ihr Körper (eigentlich) alles richtig, denn er wird sich winden und im Wind schwanken, weil man solche Sätze ohne jede Ansage nur so abbilden kann. Windelwatteweich.

Bloß nichts falsch machen. Mit kleinen, luftmaschenhäkelnden Händchen.

Königinnen aber häkeln nicht! Nicht in Game of Thrones! Gucken Sie also Game of Thrones, wenn Sie wirklich nicht wissen, wohin mit Ihren Händen.

Spielt Ihr Körper nicht mit, stimmt was nicht mit Ihrem Text. Oder Ihrer Einstellung. Wenn Sie ganz dicht an Ihrem eigentlichen Ich sind, Ihrer Kernbotschaft, dann kommt der Rest von ganz alleine.

#unraute

Screen Shot editiert, Original dpa

Die Kanzlerin erklärt, was es mit ihrer Raute auf sich hat.

http://www.n-tv.de/politik/Merkel-lueftet-Geheimnis-der-Raute-article10580536.html

Und was lernen wir daraus? Das, was wir schon immer wussten. Selbst in den 80ern. Bringen Sie sich keine Gesten bei. Bringen Sie sich lieber Emotionen bei. Die holen sich Ihre Hände und Arme schon dazu, wenn sie sie brauchen. Tun Sie also lieber nichts mit Ihren Händen, als etwas einzustudieren, was später zu einer Signature Geste wird. Und vor allem tun Sie besser nichts, was ein Festhalten ist. Ob am Skript, ob an sich selbst, ob am Pult. Adrenalin ist eine Tunnelfahrt im Dunkeln. Was Sie in den ersten 30 Sekunden machen, machen Sie auch danach.

Lassen Sie also einfach los.

Arbeiten Sie lieber an einem Text, der mehr ist als leere Floskeln. Der Rest kommt von selbst. Guter Text holt sich Emotionen. Die holen sich passende Gestik. Passt schon. Machen Sie lieber vor Ihrem Vortrag etwas Körper- und Stimmarbeit. Machen Sie Ihren Körper zu einer Ressource, nicht zu etwas, was man bändigen muss.

PS:  Und denken Sie ruhig mal über Jackets nach, deren Schultern nicht bis zu Ihren Ohren wandern, sobald Sie sich bewegen. Es gibt wunderbare Jackets. Auch solche, in denen man erwachsen aussieht.