TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Category: video

4:50

In 5 Minuten sagen, worum es geht, hier in der Präsentationswerkstatt: Egal, wie hoch der Blutzucker gerade ist; egal, was das Leben gerade von einem will. Vortrag heißt immer auch, einfach seinen Job machen. – Danke an Sabri Hasso & Fabio Lo Cacciato (HAWK Fakultät Gestaltung) für ihr freundliches Licht.

Wicked!

Und so stellt man eine fast fertige Produktidee vor – Extrem charmanter Pitch. Very UK. Aber da komme ich nun mal her. 01:30ff ist die Stelle, ab der ich mich rettungslos verliebe. »See what I mean?«

Ganz frisch aus Youtube. [Via Reddit und dann überall]

Licht und Schatten

Immer wenn einer meiner Lichtdesigner sagt: »Ich will euch mit Licht verzaubern«, weil wir so viel über Magie und Zauber gesprochen haben, aber dann genau das nicht schafft, zeige ich etwas von rAndom International. Damals auf der SEE 2010 in Wiesbaden, im Zeichen des Vulkans, nach teils drögen Folien und knisternden Teleschaltungen (der Vulkan!), war Hannes Koch (ein auf den ersten Blick junger Hamburger Schnösel) derjenige, der uns alle verzauberte. Mit Licht und Schatten und lebenden Spiegeln und tanzenden Körpern und Musik von Max Richter. – Zauber ist nichts, worüber Sie reden können. Zaubern müssen Sie selbst.

First loves, last rites

Viele Wege führen zum Ziel. Fast alle meine Wege führen über Keynote. Es atmet sich dort so leicht, wenn es schnell gehen muss; und beim Vortrag sowieso. Warum sich WordPress beim Video ausgerechnet den buckeligen Geier als Startframe aussucht, bleibt hingegen ein Geheimnis.

Everything is connected

Oder: The Mehrabian Myth revisited.

Warum? Weil es immer wieder ein Thema ist, ein sehr altes Thema. Ein uraltes Thema. Das leider keinem hilft. Nur denen, die daran verdienen.

TAT_Everything.001.png.001

Es hilft auch denen nicht, die glauben, sie müssten nur ein bisschen ihr Äußeres aufpolieren, um Eindruck zu machen. Solche Zahlen machen aber auch Angst. Andere machen mit dieser Angst Geld. Und deshalb ist es wichtig, sich gegen Mythenverbreitung dieser Art zu wehren. Immer wieder. Es geht hier nicht um nörglerische Besserwisserei.

Sagen wir es also laut und im Chor:

Unsere Wirkung auf andere beim Vortrag hängt nicht zu 55% von non-verbalen Signalen, zu 38% von unserer Stimme und nur zu 7% vom Gesagten ab. Alles hängt miteinander zusammen beim Vortrag. Besonders und auch das, was ich sage. Guter Text macht schlechten Vortrag fast erträglich. Und weil alles mit allem zusammenhängt, kann man an allem ziehen, zerren, zuppeln, arbeiten. Es ist dabei ziemlich egal, wo man anfängt mit einem guten Vortrag. Hauptsache, man fängt überhaupt an.

Worum genau geht es nun?

Die 55-38-7-Regel besagt lediglich Folgendes: Wenn wir einem Sprecher nicht vertrauen, weil es widersprüchliche Signale gibt, orientieren wir uns im Zweifel stärker an den non-verbalen Signalen, und auch dies nur, wenn es dabei um Aussagen mit hohem emotionalen Faktor geht.

Wenn es um Leben und Tod geht, dann traue ich meinem Bauch, nicht Ihrer flötenden Stimme. Mit gutem Grund.

Hier weitere Informationen. Alle sind schon etwas älter. Siehe oben.

  • Debunking the Myth. 2009. Schöne Zusammenfassung von Olivia Mitchell.
  • Busting the Mehrabian Myth. Video von 2009.

  • Debunking the Debunkers. Etwas aufgeregtes Posting von Nick Morgan. Auch schon von 2009. Sagte ich schon, dass es ein altes Thema ist? Gute Diskussion direkt darunter. Auch Olivia mischt sich ein und mit. Danke.

Nick Morgan bringt in seinem Rant zwei Dinge durcheinander:

  1. Den Mehrabian-Mythos und
  2. die Frage, inwieweit ein schlechter Auftritt die Wirkung eines Vortrags beeinträchtigt.

Klare Antwort: sehr. Aber es hängt eben immer auch davon ab, was Sie sagen. Wir verzeihen sehr viel, wenn uns der Inhalt berührt und tangiert. Sogar schlechte Folien und nervöse Hände. Umgekehrt gilt: Wenn ich Sie nach zehn Sekunden als Hohlschwätzer entlarvt habe, weil Sie uns einen Gerhinmythosbären nach dem anderen aufbinden, hilft Ihnen nichts: nicht Ihr schicker Anzug/alternativ kurzer Rock und hübsche Beine, nicht Ihre geschulte Stimme, nicht Ihr selbstverliebtes Lächeln. Dann gehe ich auf die Suche nach Tipp- und weiteren Fehlern. Und ich werde sie finden. Niemand ist perfekt.

Und das wiederum wird mir meine schlechte Meinung von Ihnen weiter bestätigen. Denn so geht Vortrag. Und so geht Mensch.

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Dazu müssen Sie vor allem etwas zu sagen haben. Alles ist andere ist Turteln, Säuseln, Kuscheln, was nicht schlimm ist aber im schlechtesten Falle Zeitverschwendung.