TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Category: planning

You and me both

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Es hätte so schön sein können.

Ihr Lampenfieber und meine Aufmerksamkeitskurve sind fast deckungsgleich. Am Anfang, wenn ich noch hoffe, dass heute mal beim Vortrag alles anders wird – und das hoffen wir ja jedes Mal wieder, against all odds – machen Sie mir deutlich, wie sehr Sie es hassen, das mit dem Vortrag. Wie nervös Sie sind. Genau dann, wenn Sie meine volle Aufmerksamkeit haben, kokettieren Sie damit, dass Sie nicht vorbereitet sind, weil Sie sich nie vorbereiten, weil Sie immer viel zu nervös sind dafür. Nur Spießer bereiten sich vor. Sie streicheln Ihr Bauchweh.

Mein Bauchweh kümmert Sie offenbar nicht. Aber mich. Und ich komme nicht mit. Ich komme einfach nicht mit.

Und tschüss.

Da, wo Sie langsam entspannen, weil Sie merken, Sie leben noch, träume ich von elektrischen Schafen oder gucke Katzenvideos auf dem Smartphone. Erst am Ende finden wir wieder zusammen und sind beide froh, dass es vorbei ist.

Schade. Nicht? Schon um unser beider Zeit.

Back to the desk [Summer edition 2017]

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Vortrag muss dafür sorgen, dass in den Köpfen der Zuhörer Ordnung herrscht. Welche Sprache sprechen Ihre Zuhörer? Welche Bilder verstehen sie? Wo geht es denn hin? Warum soll ich mitkommen? Sind wir bald da? Was gibt es zu essen? Und wann?

Gute Vorträge sind Landkarten, road maps. Gute Vorträge weisen einem eine Richtung. Ob man da überhaupt hin will, darf jede(r) selber für sich entscheiden.

Es wird viel über Ziele und Zielsetzung geredet bei Vorträgen. Fast schon zu viel. Ziele kann und darf man sich immer setzen, niemand aber zwingt einen, sie auch zu erreichen. Manchmal ist die Reisevorbereitung daheim und im Kopf schöner als der Urlaub selbst.

Ich glaube sehr an das helle, kluge Licht eines Kompassmonds. Ich glaube an freundliche Reisebegleitung. Denn das und so ist guter Vortrag: Ein Reiseführer durch ein Thema, eine Frage, eine Idee. – Ein guter Vortrag nimmt an die Hand, macht neugierig, weckt oft genug auch Widerspruch: aber er zerrt einen nicht einfach ungefragt irgendwohin ins Trübe.

So ungefähr werden wir arbeiten.

12 sides to it all

1-IMG_4872.JPGNächste Woche ist #Gründerwoche. Da wir bei uns jeden Tag etwas mit Gründern machen, hier kein Sonder-Brust-und-Trommelklopfen, lediglich mein neuer Pitch-Dodekaeder.

Ist Sprache nicht schön?

Two in one; undone

IMG_3758Passen Sie auf, dass Sie nicht versuchen, mehr als einen Vortrag auf einmal zu halten. Sie haben nur fünf Minuten.

Worum geht es also? Und worum geht es wirklich?

Dieses Posting gibt es eigentlich nur, weil ich den Probelaserklotz nicht wegwerfen wollte. Ab jetzt hat er Relevanz. Und hätte ich es nicht erzählt, würde alles wie von langer Hand geplant wirken. Manches muss man nicht planen; es findet sich einfach. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Und die wäre besser ein eigenes Posting.

See what I mean?

Move it

Interaktive PDFs mucken gerne, wenn es um das Einbetten von Videos geht. Es ist bedingt unterhaltsam, wenn man die Datei jedes Mal neu starten oder das Video zurückspulen muss, um es von Anfang an abzuspielen. Das macht – weil man es im Prüfungsstress manchmal einfach vergisst –  keinen großen Spass. Man prüft, ob die Datei läuft, ob der Ton stimmt, und dann beim Vortrag läuft gar nichts, außer Schweiß und Tränen.

Eine Alternative: Moderne Projektoren verfügen über einen Split-Screen-Mode und reichlich Anschlüsse. Schnarchnasenbeamer mit gerade mal einem VGA-Anschluss sterben ganz langsam aus. Selbst an Hochschulen.

Ich kann also an einem Projektor zwei Quellen parallel anschließen und zeigen.

Links eine (beliebige) Präsentationsdatei (in meinem Fall immer Keynote), rechts ein Video auf einem iPad im Vollbildmodus. Natürlich kann man Videos in Keynote ganz unkompliziert einbetten und abspielen, aber bei vielen externen Prüfungen müssen meine Studierenden ein PDF auf einen Fremdrechner ziehen. Bei vielen externen Pitches heißt es: PDF oder PowerPoint. Das ist verständlich, weil es den Organisatoren deutlich weniger Umstände macht. Nur die Vortragenden sind dadurch mehr eingeschränkt.

Videos in PowerPoint-Dateien mucken allerdings auch gerne, weil sie sich – sofern sie auf Klick starten sollen – oft genug nicht mit einer Fernbedienung starten lassen. Das kommt ein wenig darauf an, welche Version und was einer für Einstellungen vorgenommen hat.

Ausweg: Eine statische Folie mit einem Still aus dem Video vor die Folie mit dem Video einfügen, oder eine nur mit dem Titel, oder eine schwarze Folie, etwas, zu dem man sprechen kann und das Video ankündigen. Das Video dann automatisch starten lassen. So behält man Kontrolle und Nerven.

Prezi, das ich immer  noch nur bedingt empfehle, ist für Videos auch eine schöne Lösung, weil man sie auf der infinite canvas wie Ostereier verstecken kann, bis man sie braucht. Mit der Magic Mouse von Apple kann man das dann sehr schön und smooth steuern.

Aber wie gesagt: Solange es den Zwang zur Abgabe einer PDF-Datei gibt, nützt einem die ganze schöne neue Welt wenig.

[Nächstes Thema im Kopf: Streaming Sticks für unterwegs. Vielleicht wird damit einiges besser. Mal sehen.]