TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Category: delivery

Spannungsbogen

7-IMG_7400Geschichten und Vorträge brauchen einen Spannungsbogen, lernen wir jedes Mal aufs Neue, wenn ein Vortrag mit erdrückender Faktenlastigkeit beginnt. Nein, wir wollen nicht zuerst die Darsteller eines Filmes aufgelistet bekommen, wir wollen wissen, worum es geht. Sie selber aber brauchen auch Spannung. Wer total tiefenentspannt nach vorne schlurft, ist nicht in bester Form. Spannung überträgt sich. Spannung ist eine innere und äußere Haltung. Es ist wie bei einem Flitzbogen oder bei einem Geigenbogen. Ohne Spannung keine Musik, keine Dynamik, kein Schwung. Ohne Spannung fallen Ihnen Ihre müden Worte auf die Füße, statt uns zu erreichen.
1-IMG_7386Introducing the Fliederhörnchen. Ja, es hat Angst. Seine Ohren sind ganz besonders aufgeregt. Aber es hat auch Hunger. Der Winter war lang. Es traut sich also was. Es kommt raus aus seiner Komfortzone.
6-IMG_7399Und wenn alles gut geht, kann es später noch ein wenig entspannt an der Bar abhängen – »Noch’n Korn!« – und Abenteuergeschichten erzählen. 3-IMG_7392

Bis die Elster kommt.

Wake me up, before I go-go

1-IMG_6678.JPGWACH ist ein gutes Vortragswort. Oder zwei.

Immer da, wo wir ACH sagen, sind wir nämlich WACH und bei der Sache.

Alles Gute für die Projektstudien diese Woche!

Nuts & Bolts

2-IMG_5420.JPG

Es ist wie mit den Nüssen und den Eichhörnchen, sage ich.

– Kurze Pause. Offensichtliche Denkpause. –

Was genau meinen Sie damit?, fragt Student A. Was ja auch schon mal mutig ist.

Euch, sage ich. Sie. Uns. Alle.

Wir wollen immer etwas mitnehmen aus dem Vortrag. Etwas nur für mich. Eine URL, einen Namen, einen Rat, ein Rezept. Den Artikel, den ich Ihnen heute empfohlen habe, werden sich drei von Ihnen ansehen. Das darin erwähnte Video dazu vielleicht einer. Die Info selber aber wollten alle. So gehen wir auf eine Messe: Wir kommen mit einer Tüte voll Infomaterial nach Hause, das wir uns nie ansehen werden. Aber wir sind glücklich. Wir empfehlen die Veranstaltung weiter.

Und wir kommen wieder: Denn es gab Häppchen. Nur für uns!

Körpersprache mal wieder

1-IMG_6679.JPG

Mal wieder so ein Posting irgendwo, und ich verlinke den Unsinn gar nicht erst, über Vortrag und Körpersprache und reibt euch bloß nicht am Kinn, denn das bedeutet ja Nachdenken oder Hängenbleiben …

Ach, Kinder. Nichts bedeutet (mehr) irgendwas. Alles deutet immer nur (noch) auf etwas hin. Und manches ist (für immer und ewig) vollkommen irrelevant.

Das ABC der Körpersprache ist keins. Außer bei Eichhörnchen. Ein Zeichen ist ein Zeichen aber noch lange kein Muster. Es gibt kein A = B. Es gibt nur Vermutungen: Wenn A *und* B, dann vielleicht C.

Und selbst wenn: Dann ist einer halt nervös. Dann ist eine halt schüchtern. Solange der Text Flügel hat und die Bilder singen, solange guckt doch sowieso keiner auf eure Hände oder Füße, weil euch alle nur zuhören.

Lasst doch die Körpersprachewörterbücher dort, wo sie hingehören.
In den 80ern.

  • Lernt lieber, in Körperspannung zu denken: seid präsent und wach.
  • Lernt lieber, mit eurer Stimme zu arbeiten. Stimme muss man üben. Stimme ist ein Wachmacherinstrument. Nur spielt es bitte nicht zu theatralisch.
  • Fangt an, in guten Text zu investieren. Guter Text ist Gold wert. Macht euch Vokabellisten, die euch dabei helfen. Schreibt euch Denkwörterbücher.

Übrigens: Ich darf beim Vortrag ruhig auch mal mhm sagen. Mhm heißt nur: Ich denke nach. Und ich darf auch beim Vortrag nachdenken. Sollte ich sogar. Unbedingt.

Denken ist ziemlich ok.

Die Mhms stören nur, wenn einer sonst nichts zu sagen hat. Erst dann fangen wir an, sie zu zählen. Und eure Tippfehler auf den übervollen Folien. Da hilft euch auch eure einstudierte Gestik nichts und euer Scheinwerfer-Dauergrinsen.

Back to basics

2-IMG_5141.JPG

Es muss nicht immer das ganz große Körper-Sprache-Drama sein. Wir brauchen auch nur selten das volle Hollywood’sche Farbspektrum. Uncanny Valley, anyone? Niemand muss auf der Bühne auf den Knien herumrutschen oder sich das Hemd vom Leib reißen. Auch das Publikum muss nicht ständig zum Mitmachen und munteren Händerecken aufgefordert werden.

Es reicht, wenn Ihr Text uns zum Mitdenken einlädt. Es reicht, wenn Ihr Text unsere Köpfe in Bewegung bringt, es reicht, wenn Ihr Text so singt und herzschlägt, dass Sie ihn uns eigentlich auch im Sitzen erzählen könnten: auf der Parkbank, im Café.

Fahren Sie die Show einfach mal ein bisschen runter.

Sie werden sich wundern, wie gut das allen tut.

Auch Ihnen selbst.

1-IMG_5138 copy.JPG