TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Tag: slides

Comfort Zones

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Und dann spielt es keine Rolle mehr, ob wir in Grid oder linearen Präsentationen denken oder der Infinite Canvas. Wenn wir uns auf Fragen einlassen und Antworten haben. Wenn wir hinsehen und bereit sind, das Ruder auch mal aus der Hand zu geben und die Fenster aufzumachen, weil die Luft vor Denken steht und die Gesichter blass sind. Wenn wir vorher überlegen, was wir später brauchen. Wird vieles gut. Auch der Vortrag. Klammert euch nicht an eure Technik. Sie wird euch im Zweifelsfall nicht retten. Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

#BoschUniHackathon #5

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Verlasst euch nicht auf eine Real-Live-Demo, sage ich immer und auch diesmal. Das sagen wir Entwicklern ungefähr seit hundert Jahren. Aber es ist immer wieder zu verlockend: Eine Kamera, die an einem Projektor hängt. Eine Kamera, die ein Device ansieht, auf dem mein Herzschlag zu sehen ist. Ein Device, dass ich mit meinem Smartphone steuern kann. Könnte. Will. Würde. Wenn nicht immer irgendwas schief geht. Verlasst euch nicht auf Technik. Verlasst auch nicht auf Live. Nicht, wenn ihr dafür umstöpseln müsst. Verlasst euch nicht auf Kabel. Sie werden euch im Stich lassen. Verlasst euch nicht auf Rot. Es wird nicht zu sehen sein. Ihr plant für das Endgerät. Das Endgerät ist der Projektor. Ältere Projektoren können keine warmen Farben. Zimt ist Zitrone. Je länger der Weg, umso saurer die Zitrone. – Plan B: Filmt eure Anwendung ab und baut das in die Präsentationsfolien ein. Drag & Drop. – Ab da kann es nur noch an Veranstaltern scheitern, die sagen, ihr müsst auf ihrem Anno-dazumal-Rechner präsentieren. (Disclaimer: Hier durften alle den eigenen Rechner benutzen!) – Plan C: Zwei Projektoren. Das mit den Farben gilt dann leider immer noch. – Plan D: Ein interaktives PDF aus InDesign heraus erzeugen. Irgendwie bekommt man das meistens zum Laufen. Außer, ihr habt die Lautsprecher vergessen. Oder die sicherheitseinstellungen auf dem Fremdrechner mögen euch nicht. – Plan E: Einfach weitermachen. Das ist eigentlich immer der Oberhammerplan. Auch dann, wenn die fremde Fernbedienung sich erst jahrelang mit eurem Notebook verständigen möchte. – Plan F: Habt eine eigene Fernbedienung: Eine Kensington! Die kann nur vier Dinge: Vorwärts, rückwärts, dunkel, Laser. Drei reichen auch. Spart 20 Euro. – Plan G: Geht Kaffeetrinken.

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Brain Drain

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Ans Licht geholt. Peter Claus Lambrecht, der Präsentationsberater, fasst 2012 auf Deutsch zusammen, was Olivia Mitchell und Chris Atherton ein paar Jahre vorher zum Thema Lernen und (Text-)Folien publiziert hatten. Fazit: Weniger ist mehr. Das wussten wir auch damals schon. Aber es ist immer gut, es genau zu wissen. Warum kleinteilige, überladene Folien nicht funktionieren können. Warum irrelevante Details ablenken. Warum Animationen nur begrenzt sinnvoll sind. Warum cognitive load immer ein Thema ist. Ich schätze beide Frauen sehr: Bei ihnen kann man sicher sein, dass das, was sie tun, wissenschaftlich fundiert ist. Ich bin immer noch stolz, dass Olivia mich 2010 zu einem Gastbeitrag zum Thema Image Traps in ihr Blog eingeladen hat und ich Chris einmal bei der Vorbereitung zu einer Umfrage helfen konnte (Name dropping! Name dropping!) Danke an PCL für die gründliche deutsche Zusammenfassung und Verlinkung der Originalbeiträge. Es ist wichtig, sich das immer wieder klar zu machen: Überfrachtete Folien, zu viel Text, zu viel Wirrwarr und Schnickschack und briefmarkengroße Bildchen sind nachweislich Zeitverschwendung für alle Beteiligten. Significantly so.

More Canva

Nice. Canva gets a little kerning. A little kerning always goes a long way.

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To do, or not to do

SoNicht.001Einer der vielen Gründe, die gegen Folientemplates sprechen ist, dass eine Vorlage nie flexibel reagieren kann. Sie kann schön sein, sie kann stylish sein, sie kann das Corporate Design aufnehmen.

Und dann meldet sich die Realität.

Realität 1: In dem Raum, in dem Sie arbeiten sollen, hängt die Deckenbeleuchtung sehr tief. Ihre Vorlage ist so angelegt, dass das obere Drittel für die Headline gedacht ist. Tiefe Lampen: Keine Headline. Die hinteren Reihen sehen nichts. Also richten Sie den Projektor mit viel Mühe so ein, dass er so tief wie möglich leuchtet.

Realität 2: Jetzt werden die Menschen, die dem Beamer gegenüber sitzen und reden sollen, geblendet. Das wollen Sie nicht.

Realität 3: Sie räumen Stühle um. Es gibt eine Zahnlücke.

Realität 4: Die Schrift ist zu klein. Jedenfalls in diesem Raum, mit diesem Setup. Wenn ein Drittel der Folie als Arbeitsfläche fehlt, ist das auch kein Wunder.

8-Punkt-Schriften gehen nicht einmal mehr für Print oder Web. Das war einmal. 8-Punkt-Schriften sind aber noch immer ein feuchter Designertraum. Und ein didaktischer Alptraum. Heute wissen wir es besser. Trau keiner unter 30!

Realität 5: Beim nächsten Mal machen wir manches anders. Gell?

Nutzen Sie die ganze Folie. Lassen Sie ein Layout zu, aber lassen Sie nicht zu, dass das Layout den Inhalt einengt. Man muss nicht unbedingt mit ganzflächigen Fotos arbeiten. Zeichnungen und Grafiken tun es auch. Auch so bekommen Sie Ihr CD/CI hin. Quetschen Sie Informationen nicht in einen visuellen Rahmen. Sei er auch noch hübsch!