TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Tag: attention

Brain Drain

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Ans Licht geholt. Peter Claus Lambrecht, der Präsentationsberater, fasst 2012 auf Deutsch zusammen, was Olivia Mitchell und Chris Atherton ein paar Jahre vorher zum Thema Lernen und (Text-)Folien publiziert hatten. Fazit: Weniger ist mehr. Das wussten wir auch damals schon. Aber es ist immer gut, es genau zu wissen. Warum kleinteilige, überladene Folien nicht funktionieren können. Warum irrelevante Details ablenken. Warum Animationen nur begrenzt sinnvoll sind. Warum cognitive load immer ein Thema ist. Ich schätze beide Frauen sehr: Bei ihnen kann man sicher sein, dass das, was sie tun, wissenschaftlich fundiert ist. Ich bin immer noch stolz, dass Olivia mich 2010 zu einem Gastbeitrag zum Thema Image Traps in ihr Blog eingeladen hat und ich Chris einmal bei der Vorbereitung zu einer Umfrage helfen konnte (Name dropping! Name dropping!) Danke an PCL für die gründliche deutsche Zusammenfassung und Verlinkung der Originalbeiträge. Es ist wichtig, sich das immer wieder klar zu machen: Überfrachtete Folien, zu viel Text, zu viel Wirrwarr und Schnickschack und briefmarkengroße Bildchen sind nachweislich Zeitverschwendung für alle Beteiligten. Significantly so.

Schon merkwürdig

Merkwürdig_Sein

Der neue Semestereinstiegsversuch ist (zumindest aus meiner Sicht) gelungen. Alles wie erwartet, manches nicht. Danke dafür!

10-12 Minuten lang, während Sie eintrudeln, läuft eine minimalistische Pausen-Video-Loop mit nichts als sechs Präsentationsideen in freundlich-orangenen Kreisen in MetaBold LF, unserer Hausschrift für Bildmedien (Erklären, Visualisieren, Fragen, Antworten, für Ideen begeistern, merkwürdig sein), die ambientmäßig auftauchen und verschwinden.

Der letzte Begriff ist animiert und zerfällt in einzelne Buchstaben. Random Decay. Manchmal bleibt ..WÜRG.. übrig und schaukelt noch ein wenig, bevor es zerfällt. Danke, Keynote. Ich liebe dich immer noch sehr. Außerdem erscheint mehrfach mein Claim: »Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.«

Erste Danach-Frage: Hat die Musik sehr genervt? – Nö. War ok.

Zweite Frage: An was erinnern Sie sich noch inhaltlich? – Äah … zögerlich zwei Hände: »Merkwürdig sein.« Und die andern? – Eine Hand: »Da war so ein Satz, beim Präsentieren muss man reden oder so.«  Ah so?

Gruppe 2 erinnert sich an einen dopsenden Ball mit Hunde-Icon, einer aus der Gruppe sagt, den Hund hätte er gar nicht gesehen. Zwei (Kompetenzfeld Farbe) haben überlegt, ob das Orange die Fakultätsfarbe ist. Nö. Es ist die ZDF-Farbe, die Freundlichkeits-Farbe, die Dynamisch-Farbe, die Farbe der Innenseite der Schnäbel von Rotkehlchenkindern. Die Buttersonnenfarbe. Mir war grad so.

Gruppe 3. Eine hat überlegt, wie sie die Musik einordnen würde. Wir einigen uns auf Lounge, Ambient oder Fahrstuhlmusik. Ein anderer hat über meine Arbeits-Combo MacBook und iPad-Comfort-Monitor neben der Handtasche nachgedacht und gar nichts gesehen. Technik nimmt sich immer zuviel Raum. Angst auch. Aber darüber reden wir beim nächsten Mal. Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Spätestens jetzt sind wir mitten im Thema: Dem Irrglauben, das irgend etwas, was wir da vorne zeigen oder sagen, hängen bleibt. Außer wir machen es merkwürdig. Und wenn wir den Kontext nicht vorgeben, macht sich das Publikum seinen eigenen Reim. Auf alles.

Die 15 Euro für einen aushaltbaren Soundtrack haben sich schon jetzt gelohnt. Ich werde das noch sehr oft laufen lassen. Wiederholen macht den Meister. Oder wie war das noch?

Wo waren Sie gerade?

Strukturierungen

Meine Studierenden heute nach einem straffen dreiminütigen Inputvortrag zu Aufbau & Struktur gefragt, woran sie dabei gedacht haben. Ich habe sie gebeten, so ehrlich wie möglich zu sein. Wundervoll, der anschließende mentale Rundgang. Danke an alle, die mich daran haben teilhaben lassen.

[Sie glauben doch nicht wirklich, dass 100% von dem ankommen, was Sie sagen? Nicht bei einem TED-Talk, nicht bei einem Referat, egal, wie gut Sie sind. 100%?  Nie. Niemals.]

Mit ausschlaggebend war meine freundliche Vorgabe, dass sie das alles später zuhause bei Kaffee auch hier im Weblog oder in den Handouts nachlesen können. Zuhause. Kaffee. Das ist eine offene Tür ins Blaue. Das ist eine Vision. Ich wäre ihr am liebsten selber sofort gefolgt.

Aber Bildfolien lenken doch die Aufmerksamkeit, höre ich Sie sagen. Tun sie das? Wirklich? Und wohin? Bildfolien lenken genauso ab wie Text, selbst wenn kaum etwas drauf ist.

Ein Bild ist immer auch eine Einladung, eine Erinnerung. Bilder machen mit Ihnen, was sie wollen.

Umfrageergebnisse:

Student 1: Bei der blauen Folie mit der abblätternden Farbe musste ich sofort an ein Bild denken, das ich neulich gesehen habe. Und dann habe ich die ganze Zeit auf Ihr MacBook geschaut und überlegt, was das für ein Aluminiumständer darunter ist. Der ist ja cool.

Studentin 2: Als Sie das mit dem Theater und der Inszenierung sagten, musste ich an das Theaterstück denken, in dem ich letzte Woche war, ich habe vergessen wie es heißt, aber ich komme gleich wieder drauf, Moment, ach ja richtig, Tartuffe.

Studentin 3: Ich musste die ganze Zeit an den Vortrag denken, den wir nächste Woche halten sollen und wie ich Ihre Tipps da am besten umsetze.

Studentin 4: Ich musste an den Vortrag denken, den ich morgen halten muss.

Student 5: Bei der Folie mit den Zensteinen musste ich an meinen Urlaub denken. (Ich auch. Deswegen ist die Folie ja drin. Und natürlich, um über Klischees zu reden. Und über Aufbau und Struktur. Oder über meinen Urlaub. Was eben grade so passt.)

Studentin 6: Ich musste an den Vortrag denken, den ich gleich halten muss.

Studentin 7: Bei der blauen Folie bin ich irgendwie weggeträumt.
(Blau ist so. Blau zieht, zerrt, ruft: Komm, lass uns träumen gehen. Nur weg von hier. Nehmen Sie eine andere Farbe, wenn Sie alle aufwecken wollen.)

Danach halte ich noch einen Vortrag. Diesmal fünf Minuten lang. Warum Vorträge eigentlich das Sinnloseste sind, was wir uns als Lernmittel antun können.

Jetzt hören sie zu, jetzt sind sie ganz dabei, jetzt ist die Spannung zu spüren unter der Haut, aber ich sitze dabei auch sehr dicht vor ihnen und habe meine Geschichtenerzählerstimme angezogen und zeige keine einzige Folie.

Eigentlich lüge ich die ganze Zeit, mit jedem Wort, mit jedem Satz, mit Körper, Stimme, Haut und Haar. Denn natürlich sind Vorträge das Beste, was es gibt, um in Menschenköpfe zu kommen. Menschen lieben Vorträge. Sie dürfen nur nicht nach Vortrag klingen. Dann kommen wir mit. Dann bleiben wir dabei.

PS: Im Notfall sagen Sie ab und an »prüfungsrelevant«, das weckt alle. Immer.

Time’s up

Time_deadlines

My dentist is a wonderful public speaking coach.

He was the one who first showed me, decades ago, how helpful being aware of your body is.

Here, he said, and touched the tip of my nose, then, and today. Just breathe here.
And I did. He also showed me how important it is to know how long the suffering will last. 

There is a fine line between saying: I will talk for ten minutes and I will talk until the spin top falls over and stops/the sun goes down/I run out of ideas.

Eternity is hell and no exit signs.

But if I tell you there is light at the end of a tunnel of 85 dense slides, you may survive even that. Just keep breathing.

Oh so quiet

Quietube lets you watch videos distraction free. On black or white. Nice to know. Nice to have. Even nicer to use. Supports YouTube, Vimeo, BBC iPlayer and others. Lets you create shortened link for the distraction free version. 

You may also want to try a related Chrome extension called Turn Off the Lights that does just that.