TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Mythos Lernstile

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Wir wissen schon sehr lange, dass es sie nicht gibt, trotzdem glauben wir noch immer gerne an Lernstile oder Lerntypen. Weil es logisch klingt, weil wir oft genug selber das Gefühl haben, es sei so, wie wir glauben. Glaube aber ist Hoffnung und keine Realität und Gefühle sind keine Belege für etwas. Für die Theorie unterschiedlicher Lerntypen ist die Beweislage dünnstes, brüchiges Eis. Trotzdem ist sie eine beliebte Theorie, schon weil es bequem ist: Ich bin eben so. Ich bin ein visueller Typ, ich bin ein auditiver Typ ….

Aber ist das überhaupt relevant fürs Thema Vortrag?

Schon. Denn statt vergeblich zu versuchen, jedem Mimimi und Ichichich gerecht zu werden, werden Sie doch lieber dem Thema gerecht.

Nicht jeder Lerner braucht seine eigene Methode (visuell, kognitiv, haptisch, auditiv), sondern jedes Thema, jede Idee braucht die passende, beste Methode und Vermittlung.

Häufig genug wird das ein Bild sein, ein Infografik, manchmal aber auch eine Geschichte, und manchmal probiert man eben gemeinsam etwas aus. Fast immer ist konkret besser als abstrakt. Fast immer ist die Analogie der schnellste Weg. Das ist so ähnlich wie … Denn fürs Lernen gilt: Neues dockt gerne an Altem an. Wissen lebt nicht gern allein. Was ich schon weiß, was ich schon kenne, das macht mir den nächsten Verständnisschritt leichter.

Suchworte: Myth, learning styles/Mythos Lernstile, Lerntypen

Christian Jarret, WIRED, Januar 2015.

Sally Weale, Guardian, März 2017.

Stangl-Taller (dt.)

Deutschlandfunk, 2017

Bring me that horizon

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Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen. Das predige ich nun schon seit vielen Jahren, wenn es ums Thema Vortrag geht.

Für meine/unsere jungen Gründer aber kann das ruhig noch ein wenig griffiger sein. Für sie geht es in den nächsten Tagen immer nur um eins: auf den Punkt zu kommen. Mein Kompassmond ist mir eine sine qua non: ich glaube an Richtungen, nicht an Ziele. Vom Kompass ist es nicht sehr weit: Nichts fasst Gründung besser zusammen als der alte Wahlspruch derer vom grauen Meer. Ein weites Herz brauchen sie, die jungen Gründer. Leidenschaft und den Glauben an sich und ihr Produkt. Und einen scharfen Blick, eine Vision, einen klaren Horizont: eine Richtung eben. Rüm Hart. Klaar Kiming.

Season 3

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Und man weiß, es wird nicht gut ausgehen, und man weiß, die Geschichte ist nicht mehr aufzuhalten, und der Erzähler schiebt ein paar scheinbar harmlose Sätze vor den eigentlichen Anfang und erklärt, wer die Oboe ist und wer die Streicher, wer die Ente und wer die Katze. Und wer die Musik kennt und Peter und den Wolf, der weiß, dass es für die Akteure unaufhaltsam dem Ende zugeht; nur sie selber wähnen sich noch planvoll handelnd. — Fargo Season 3 ist vortragsklüger als jedes Handout zu Aufbau und Struktur es jemals sein könnte und ganz, ganz großes Kino.

Dankeschön

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In jeder Sitzung schreiben Sie, meine Studierenden, fleißig mit, was Sie an den Vorträgen der anderen Vortragenden wahrnehmen. Und manchmal machen Sie aus der drögen Beobachtungsbrille, die ich Ihnen aufsetze (Verständlichkeit, Text, Bild, Choreografie, Struktur, Spannungsbogen, Lampenfieber …) so Schönes, dass ich immer wieder sehr dankbar bin, Ihnen ein Stück auf Ihrem Weg zum besseren Vortrag helfen zu können.

Dungeons & Dragons

VieleWege.pngHeute im Seminar am eigenen Input bewiesen, dass sich jeder seine eigene Botschaft bastelt, wenn wir sie nicht deutlich genug machen. Ich rede 20 Minuten, es ist auch ganz nett, sagen sie danach, als sie evaluieren dürfen. Aber ich lasse die Hauptsache aus. Ich sage ihnen nicht, worum es heute geht.

Es geht heute um alles ein bisschen. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Vortrag zu strukturieren. So viele mögliche Einstiege. Es ist so vieles wichtig. Der Spannungsbogen. Die didaktische Treppe. Der gemeinsame Nenner. Das COIK-Syndrom. Es sind unterhaltsame 20 Minuten. Es gibt Drachen und Feuerwerk. Aber erst als ich ihnen den Namen meiner Keynotedatei vorlese, sagen sie: Ach so! Obwohl es auch eine dedizierte Ach-so-Folie gab. Aber da kletterte gerade ein Männchen munter animiert die didaktische Treppe hoch und machte oben ein Selfie. Da geht so ein Ach so schon mal unter.

Alles macht Sinn, alles findet sich später auch in ihren eigenen Übungsvorträgen wieder. Ich kann immer wieder sagen: Das war wie bei mir vorhin. Alles war relevant. Aber ohne klare Richtung wissen wir nicht, worauf wir achten sollen. Und niemand kann 20 Minuten lang auf alles achten. Also achtet man auf das, was einem relevant erscheint.

Von allen Inputs im ganzen Semester sind diese 20 Minuten die wichtigsten. Denn ihr kritisches Feedback erfasst es richtig und gut, was nicht richtig und gut war: Jeder nimmt etwas anderes mit. Aber keiner alles und keiner meine eigentliche Botschaft. Die muss ich ihnen danach und im Sitzen und in aller Ruhe erklären.

Meine Datei heißt übrigens: Viele_Wege_kein_Ziel.key