TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Kategorie: visualisation

Giveaways

Screen Shot 2017-04-08 at 10.58.28.png

Information Designerin Anna Vital von Adioma bietet ein kostenloses Set von Templates für Keynote, PowerPoint zum Download an. Macht dem ein oder anderen vielleicht die Arbeit etwas leichter. Für private und kommerzielle Projekte. Lizenzbedingungen: Nicht die Slides weitergeben, sondern den Link. Das ist fair und kostet Sie nur eine E-Mail-Adresse. Anna Vitals Arbeiten kennen Sie vielleicht schon von Funders and Founders, ihrem Visual Startup Blog.

Easy does it

BBC-EU-Referendum.png

Via Twitter & http://spatial.ly

Schönes Beispiel dafür, wie man auch einfache Dinge kompliziert darstellen kann.

In den 90er sagten wir zu so etwas nur leise seufzend: 3D – oh weh. Allerdings hatten wir so etwas in den 90ern noch nicht. Der Seufzer gilt aber auch heute noch. Flat design for the win, wenn es um Diagramme geht. Wir hatten in den 90ern (manches hatten wir ja doch) eine Formel für die Unverständlichkeit einer Folie, die auf der Menge der verwendeten Tinte pro Inofeinheit basierte. Sie erinnern sich vielleicht dunkel: wir spuckten damals noch Tintenfolien für Overheadprojektoren aus. Die Formel habe ich vergessen. Worum es ging nicht: Reduce to the fucking max. 

Lassen Sie 3D-Türme wachsen, wenn Sie für Game of Thrones den Vorspann gestalten. Sonst. Eher. Nicht.

Imagine I was blind

TAT_Poster_Sehen

Vergesst das mit den Bildern und den 1000 Worten. Glaubt nicht, dass wir eure Statistik, euer Foto, eure Idee auf den ersten Blick verstehen.

Seid unser Museumsführer. Erklärt es uns. Einfach.

Tool Time

Screen Shot 2016-05-10 at 18.42.15.png

(Bildquelle: Screenshot Adobe InDesign Tutorial)

InDesign lässt sich im Präsentationsmodus mit einer Fernbedienung steuern, z.B. meiner geliebten, weil nervenschonenden Kensington Remote. Wieder eine Chance mehr, wenn man den eigenen Laptop nutzen kann. [Last second edits.] 

Egal aber wie powerful die Tools sind, ob nun InDesign oder Prezi – die Denkfalle ist immer dieselbe: Wir sind besser als PowerPoint, sagt ihr. Andererseits macht ihr genau dasselbe. Wenn man euch lässt. Weil ihr es so gewohnt sind. Weil ihr es könnt. Text auf die Seite klatschen. Damit sich die Redner sicher fühlen. Ab da ist es vollkommen egal, wer ihr seid.

Text im Vortrag ist zum Sprechen da. Nicht zum Lesen. Ihr seid kein Buch. Ihr seid ein Film, eine Geschichte, ein Lied. Oder solltet es sein.

Be your own lyrics. Dance with your slides.

Seid Hörtext. Seid Untertitel. Seid Radio.

Und ab und an Radio Silence.

[Das wäre dann die B-Taste in den dedizierten Präsentationsprogrammen. Oder das kleine Quadrat auf meiner Kensington. Das mit dem dicken B und der Referentenansicht, das können die Präsentationstools eben doch am besten. Das und das Vorbereiten einer Präsentation. Inklusive Probelauf mit Audio. Ihrem Hörtext. Denn genau dazu sind sie da.]

 

To list, or not to list

LISTENBILD.001.jpegSeit visuelles Präsentieren ein bißchen mehr Mainstream geworden ist, also fast überall, wird viel gegen Listen gewettert. Und gegen Bullet-Points, auf Deutsch Aufzählungszeichen.

Listen sind problematisch, weil sie meist viel Text bedeuten und viel Text bei einem Vortrag eher ungünstig ist. Während ich lese, kann ich nicht zuhören, weil ich leise mitspreche. Dadurch geht Information verloren. Das kann man leicht beweisen.

Ich kann das aber!, sagte mal eine Autorin zu mir, die in der Tat ganz vieles kann.

Aber sie konnte es auch nicht, das Zuhören und Lesen. Oh, sagte sie. Sie haben Recht. Ich habe nicht gehört, was Sie gesagt haben. Ich habe gelesen.

Geschriebener Text gewinnt meistens, weil wir glauben, dass er wichtig ist. Das sind wir so gewohnt. Seit Schultagen. Was vorne steht, gilt. Also gucken wir hin.

Was ist denn nun mit den Listen?

LISTS.003.jpeg

Listen sind wunderbare Arbeitstiere. Sie können fast alles. Außer Spannung. Und selbst das schaffen sie manchmal doch. Im Kino, beim Abspann zu Beispiel. Wenn eine lange, lange Liste mit den Namen von Toten des 2. Weltkrieges vor uns erscheint, macht das betroffener als eine unfassbare Zahl.

Es gibt keinen Grund, keine Listen zu benutzen außer man benutzt zu viele. Besonders bei technischen Themen oder am Ende einer Präsentation sind sie außerordentlich hilfreich.

  1. Listen kann ich abhaken.
  2. Auf dem Papier, einer Folie, im Kopf.
  3. Listen beruhigen. Ah! So weit sind wir schon. Das klappt also bereits.

Also: Dezent und sinnvoll eingesetzt überhaupt kein Problem. Nur eine Slide-Show, die aus nichts als Listen besteht, versagt. Muss versagen. Weil sie uns nicht zum Mitdenken anregen kann.

Eine anderes Problem mit Listen auf Folien ist, dass es häufig gar keine echten Listen sind, sondern lediglich Aneinanderreihungen von überschriftenartigen Aussagen. Gehinfürze, ist man versucht zu sagen. Egoistische Redehilfen für Vortragende. Überflüssige Denk-Krücken. Denkschnappatmung.

  • Ich
  • Allein
  • Bin
  • Noch
  • Keine
  • Liste

Das ist nicht mal ein Satz, weil der Punkt fehlt.

Diese Reihung erzeugt aber – weil sie wie eine Liste wirkt – den Eindruck von Vollständigkeit. Und Korrektheit.

Und schon haben wir ein Problem.

Denn genau so etwas kann, besonders bei ausgedruckten, Folien in der Tat zum Problem werden. So können Missverständnisse entstehen. So können Flugzeuge vom Himmel fallen. Alles schon passiert.

LISTS.004.jpeg

Und die berüchtigten Bullet-Points, für die PowerPoint berühmt ist?

  • PowerPoint hat sie nicht erfunden, sondern die Typografie.
  • Bullet-Points sind probate Aufzählungsmittel. Dazu gibt es sie.
  • Bullet-Points sind nicht böse. Das ist nur wieder so eine verkürzte Denke.
  • Bullet-Points machen Listen und Gliederungen leichter lesbar.
  • Das ist ihr Job.
  • Ein Bullet-Point ist noch kein Verbrechen
  • Was manche damit auf ihren Folien tun, schon.
  • Und nur darum geht es.
  • Menschen sind Schuld an schlechten Vorträgen und Folien.
  • Nicht Listen, nicht Bullet-Points.
  • Menschen.
  • Immer und immer und immer wieder nur wir selber.
  • Weil wir nicht denken beim Reden und beim Redenvorbereiten.
  • Weil wir denkfaule und bequeme Vortragstiere sind.
  • Und weil wir uns nicht gegen das wehren, was uns Programme und Maschinen vorgeben, statt Technik so sinnvoll und sparsam einzusetzen, wie nur möglich.
  • Menschlich, eben.