TEACH & TRAIN

Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Kategorie: planning

Christoph Tucholke schmiedet einen Nagel

02-IMG_4824 Ich habe was mitgebracht, sagte er. Das ist gut, denn die Einladung für heute lautete: »Bring Stuff!«

Sie bringen also: Schwerter und Fotografien und Linolschnitte und Weltrettungspläne und handgeschmiedete Nägel und egal, was Sie auch mitbringen zu einem Vortrag, Sie müssen es organisieren. Und vorher überlegen: Wann gebe ich die Handouts rum? Wann die Silberketten? Was raschelt, was knistert, was stört, was klimpert, was will und muss bespielt werden? Was kostet Zeit? Was stiehlt mir Zeit?

Was schenkt mir Zeit? Und was mache ich in und mit der Zeit?11-IMG_4454

Auf Dinge müssen Sie achten wie auf Menschen. Papier hat ein Eigenleben. Metall und Holz sowieso. Also müssen Sie die Dinge organisieren. Selbst ein Video müssen Sie organisieren.

Natürlich könnten Sie es einfach abspielen, im Vollbildmodus. Und ggf. mit ⌘ + TAB (Win: STRG+TAB) zwischen Ihren anderen Anwendungen wechseln.

Schöner ist es, wenn Sie ein Video einbinden in einen Rahmen, einen Präsentationsrahmen nämlich. Das macht die Choreografie leichter.

Es geht immer alles irgendwie. Es geht aber auch fast immer anders.

In InDesign geht das Einbinden von Videos auch, nur ist es auf Anhieb nicht immer ganz einfach. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.Screen Shot 2014-04-13 at 12.21.02

Mehr zum Thema Bring Stuff.

Nägel: Christoph Tucholke

Fotos: Wie immer.

Video(still): Roman Liebe

Bring stuff [and do sth. relevant with it]

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Es ist ein grauer Wintertag gegen 16:30 Uhr. Sie haben sich etwas Schönes ausgedacht für heute. Sie haben auch etwas Schönes und Relevantes mitgebracht: Ihr Thema ist Lichtdesign. Nichts ist da relevanter als Licht. Sie kommen sogar ein wenig zu spät, weil Sie die Teelichte vergessen haben und noch mal umkehren mussten. Sie sind ein wenig außer Atem.

Und dann?

Schicken Sie alle nach draußen, weil Sie noch etwas vorbereiten wollen.

(Ok, sagt das Publikum. Machen wir. Nach zehn Minuten denkt das Publikum: Mhm. Wenn ich jetzt gehe, merkt es vielleicht keiner.)

Dann geht es aber auch schon los. Es ist dunkel im Raum. Sie haben das Licht gedämmt. Nur die Teelichte brennen. Sonst brennt nichts. Auch nicht Ihre Leidenschaft fürs Thema. Zumindest dringt sie nicht zu uns durch.

(Mhm, denkt das Publikum, das auch inhaltlich im Dunkeln sitzt. Wäre ich doch bloß früher gegangen.)

Und dann? Machen Sie die Teelichte wieder aus, die Sie während des ganzen Vortrags gar nicht gebraucht und auch nicht angesprochen haben und ich mache das Deckenlicht wieder an und wir reden über alles. Und dann versuchen wir es noch einmal.

Mit dem Teelicht in der Hand, so dass nichts passieren kann, aber so, dass Sie Ihr Thema spüren können. Jetzt haben Sie Ihr Licht in der Hand. Und jetzt dringt auch etwas nach außen durch, jetzt scheint da etwas aus Ihren Augen und jetzt leuchtet etwas in Ihrer Stimme. Und jetzt verstehen wir auch, worum es Ihnen geht. Was Licht bedeutet. Und warum es bei Lichtdesign um mehr geht als darum, teure Lampen zu verkaufen. Und weil das so ist, lassen wir auch das Deckenlicht an, denn schummrig ist schön, bei Präsentationen in kleinen Räumen aber auch schnell schaurig.

Nach der Veranstaltung bleibe ich noch eine Weile und spiele mit Beton und Licht und Schatten. Denn so ist es eben auch: Begeisterung ist ansteckend. Immer dann, wenn ich sie spüren kann.

Fazit: Gut überlegen: Was mache ich mit den Dingen, die ich mitbringe? Wie setze ich sie so ein, dass sie dem Publikum helfen und mir auch? Und lohnt es den ganzen Aufwand überhaupt? Und wo sitzt der Rauchmelder?

(To be continued …)

For every sing there is a song

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Ich wusste, was mich erwarten würde, als ich Garr Reynolds PresentationZen Sketchbook bestellte. Ein vorwiegend leeres Buch, leicht überteuert. (File under: Sour Grapes.) Es war dann noch ein wenig leerer als erwartet, aber für 15,00 wiederum auch leer genug. Leer ist gut.

Leer ist der Ort, an dem Ideen wachsen. Und diese Leere ist eine Leere, mit der man warm wird. Am Ende mochte ich das Buch. Und so sollte es sein. Mit Büchern, Liedern, Vorträgen.

Some things grow on you. Und das liess sich noch nie gut übersetzen.

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Natürlich haben Lehrer und Dozenten überall auf der Welt schon lange ähnliche, wenn auch nicht ganz so schön gedruckte Konzepte entwickelt. Storyboarding ist älter als Presenting 2.0 Lernen Sie davon. Nichts ist neu. Wir entdecken alles nur immer wieder als Eigenes.

Brave New World.

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Meine Lieblingsvorlage derzeit, die ich meinen eigenen Studenten in die Hand drücke: 9 for 10. Wenn Sie zehn Minuten haben, bereiten Sie besser nur neun vor. Der Rest sind Störungen, Fragen, Nervositäten. Ich bevorzuge ein horizontales Planungslayout. Und das ist der einzige wirkliche Kritikpunkt an Reynolds Blankokladde. Folien sind horizontal, also plane ich besser auch horizontal. Vertikal ist lediglich eine Entscheidung, keine Lösung.

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Variante 2.

 

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Varinate 3.

Sie können Ihren Text aber auch hier unterbringen, oder in der Notizenansicht, auf einer Karteikarte. Egal wo, denken Sie immer daran: Folien sind Musik. Ihr Text sind die Lyrics. Beides zusammen erst macht den Song aus, die Musik.

Folien alleine singen nicht.

Think!

I have just evaluated and graded some 20+ presentation exams, a few more to come next week. This is a busy time of year and a good time to rethink what works, and what does not.

Paper works.

During the planning stage of a talk, I love to use long strips of card board, those good old-fashioned Metaplan strips.

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»This has saved my life,« one of my students said today.

She is talented and smart, and tends to get lost in enthusiasm and ideas. A real Miss What’s-the-Point. In our pre-finals coaching we talked about choreography, beginnings, and endings. And planning on paper.

In her final talk, she is precise, to the point, yet has lost nothing of her vivid self. It is a pleasure listening.

Plan analog. Plan analog. Plan analog.

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I still plan every class, every seminar, every workshop that way, and as no one but yourself will ever see this, it does not matter what code you use, and if you mix up your languages, as I tend to. So for all my international readers: Bild means Image.

Green is for reserve ideas. As a young teacher I had to learn that by heart the hard way: You need a didactic reserve.  

[And boy, did I need one that day, back in 1989, during my teacher practice. I was teaching Medieval lyrics to a bunch of 16-year-olds and I just did not know how to go on and had to hand over to my supervisor.]

That was the day I learned to believe in reserves and back-ups. Some 20 years later I also believe in experience and creative thinking, but then that trust is nothing but another kind of hard-earned reserve.

So: Have another video, another game, another question up your sleeve. A reserve can be anything. It can be a flip chart in case the projector dies or if a video does not play. It can be going for coffee with your class if it is too hot to think.

Plan backwards.

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Good stories need good endings. Endings, on the other hand, are nervous, twitching cat tails with a life of their own.

So plan backwards: Where do you want your audience to be in 20 minutes? With you? Or gone for a mental walk? If your ending is wrong, you will need to start all over again.

Make ends meet.

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Make sure your beginning and ending is connected, related, one of a kind: Start with a question and end with an answer. Start with a problem and show the solution. Start with a quote and end on a counter-quote. There is always a counter-quote. You might even begin and end in silence. Have you ever tried that? Silence is a lovely shade of white…

Whatever you do, make sure your presentation is a whole, not a bag of wildly twitching ideas.

Connect. In all possible ways.

Connect ideas. Connect words and images. Connect with your audience. And not just because your teacher told you so.

Grades are for college. Connection is for real.