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Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Kategorie: planning

Comfort Zones

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Und dann spielt es keine Rolle mehr, ob wir in Grid oder linearen Präsentationen denken oder der Infinite Canvas. Wenn wir uns auf Fragen einlassen und Antworten haben. Wenn wir hinsehen und bereit sind, das Ruder auch mal aus der Hand zu geben und die Fenster aufzumachen, weil die Luft vor Denken steht und die Gesichter blass sind. Wenn wir vorher überlegen, was wir später brauchen. Wird vieles gut. Auch der Vortrag. Klammert euch nicht an eure Technik. Sie wird euch im Zweifelsfall nicht retten. Präsentieren bedeutet, mit Menschen zu sprechen.

Ohne Worte. Fast.

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Eigentlich wissen Sie, wie guter Vortrag geht. Sie haben auch fast immer alles dafür dabei. Nur nicht immer in der richtigen Reihenfolge.

Tell me why!

1-IMG_8934»Ich habe den Vortrag jetzt mal anders gemacht, nicht so, wie wir es bei Ihnen gelernt haben, ich dachte, bei einem Thema wie Typographie passt das alles nicht so richtig, ich fange deshalb mal mit der Biografie von XY an.«

Warum? Warum? Warum denn nur?

Drei Minuten später haben wir Herz und Verstand und Relevanz.

Einzige Frage: »Warum haben Sie XY denn überhaupt ausgesucht?«

Die Antwort ist eine so wunderbare Geschichte in 60 Sekunden, dass ich fast weine, weil sie es immer wieder und immer noch nicht verstehen können, dass die Biografie fast nie der richtige Einstieg ist zu einem Menschenthema, sondern immer nur der vermeintlich sichere. Und tiefgraue.

Sagt mir doch lieber zuerst, warum es ein Glück ist, dass einer überhaupt geboren wurde und nicht wann. Dann klingt ihr auch plötzlich so, als ob es gar kein Vortrag mehr ist.

Prep talks, pep talks

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Immer noch der beste Weg zu einem Vortrag: Nehmen Sie ein Planungspapier. Planen Sie quer.

Quer ist wichtig. Quer denkt es sich besser. Quer hat man mehr Überblick. Quer stopft sich nicht so schnell voll. Und dann machen Sie einfach eine runde Sache draus. Beschränken Sie sich dabei möglichst auf ein Ziel. Halten Sie lieber nächste Woche einen weiteren Vortrag. Oder schicken Sie ein Handout nach. Oder eine URL.

[Natürlich ist auch das wieder eine Non-Regel. Denn das letzte bisschen Magie passiert, wenn Sie Ihr Publikum vor sich sehen und es atmen spüren. Erst dann bekommt Ihr Vortrag den letzten, lebendigen Schliff. Aber das kann man nicht verkaufen oder schulen. Das muss man jedes Mal wieder neu erleben. Wer das nicht kennt, hält Vorträge vom Band.]

Ach, Sabinchen

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Neues Semester, erste Runde Fachvorträge. Mit den Einstiegen tun sie sich noch schwer. Aber das tun Profis auch. Neulich in der Wirtschaftswoche sollte es um das Problem Wasser in Plastikflaschen gehen. Und die Frage, ob es ein Problem ist und für wen. Eingestrickt war der Artikel in eine vollkommen absurde und überlange, klischeebefrachtete Geschichte von Sabine, die mit Dachterrasse lebt, gerne einen Mann dazu hätte, ein Beelitzer-Spargel-Essen plant mit Lachs auf Goldpappe und Himbeeren, erst spät aus der Agentur kommt und … Genau. Spätestens jetzt driften wir weg und ab und weiter. Irgendwann steht Sabine in einer Tiefgarage und schubst Eviankisten mit dem Fuß zum Auto. Später sind die Kisten Aufzugsbremsklötze. Und bremslangsam kommen wir zum Thema. Sie wollen den Artikel nicht wirklich lesen. Aber finden können Sie ihn hier. Wenn Sie lieber etwas anders lesen möchten, versuchen Sie es mit ein paar der handfesten Tipps von Bauen im Bestand dazu, wie man einen Artikel schreibt. Ein guter Vortrag ist ganz ähnlich aufgebaut. Besonders das mit den W-Fragen funktioniert genauso.

Vor allem aber merken Sie sich bitte eins: Wenn der Einstieg länger als das Thema ist, ist es keiner.