Dragonlore

by anketroeder

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Wir machen uns nicht klein, wenn wir die Drachen rufen. Wir stehen nicht gesenkten Kopfes da. Wir üben keine Gesten.

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Wir stehen nicht hinter dem Pult, wenn wir die Drachen rufen.

Wer Drachen rufen will, braucht Luft und Raum. Das Pult ginge bald in Flammen auf unter unseren Händen. Wenn wir die Drachen rufen, geht es um Leben und Tod. Da steht und spricht man besser frei. Wenn wir die Drachen rufen, lesen wir nichts ab.

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Wenn wir die Drachen rufen, ist alles still um uns herum und in uns auch.

Alles ist klar wie Drachenglas. Wir wissen genau, was wir sagen müssen und tun.

Wir sind der Drache, den wir rufen. Wir brauchen nur den einen Satz, um den es geht: den mit dem Herz aus roter Glut. Sonst nichts. Das ist der Zauberspruch.

Wir üben nichts vor dem Spiegel ein, wenn wir die Drachen rufen. Sie würden uns nicht hören, riefen wir sie mit falscher Stimme.

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Später vielleicht zeigen wir euch unseren Lieblingsdrachen. Hier: dieser eine ist es, der Flügel hat aus Wasserblau. Auch diese Geste kennt unser Körper von alleine. Körper sind drachenalte Tiere.

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Später, wenn wir mit den anderen am Feuer trinken und essen und Geschichten erzählen von und nach der Schlacht, dann sitzen wir. Auch hier gilt: Wenn es ein Satz mit einem Drachenherzen ist, kommen die Hände von ganz allein dazu.

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So ist es, wenn man die Drachen ruft.

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