A honey call by any other name…

by anketroeder

TAT-3.JPGEs spielt keine Rolle, wie wir es nennen: Story to go, Küchenzuruf, Honey Call, Kernbotschaft, Hauptaussage, Zielsatz … Hauptsache, Sie können Ihre Idee in zwei bis drei Sätzen deutlich machen. Ab da können Sie reden und wir zuhören.

Früher konnten Journalisten das. Der Küchenzuruf ist eine journalistische Idee. Henri Nannen hat sich den Begriff ausgedacht. Man kann es sich so vorstellen: Hast du schon gehört?, ruft einer. Nein, worum gehts?, fragt der andere.

Das fragen wir uns nämlich immer; auch bei Präsentationen und Pitches und Lehrvorträgen. Und inzwischen auch bei immer mehr Zeitungsartikeln.

Worum gehts?

Damals™, als Zeitung noch Zeitung war und Papier und keine Angst hatte, ständig und dauernd zu sterben, weil alle nur noch online lasen und nur noch Headlines und es noch viele Jahre lang keine Leseflatrate geben würde, damals™ wusste man schon nach dem ersten Absatz eines Artikels, was Sache war.

Heute gilt Clickbait. Fünf Gründe für irgendwas: Auf einen kommen Sie nie.

Nun? Zappeln Sie noch am Haken oder haben Sie längst entnervt weitergeklickt? Irgendwo ganz woanders hin? Wo es genau so dusselig zugeht?

»Die Branche feiert den „Tag der Tiefkühlkost“ Und ein tiefer, genauer Blick in die Truhe lohnt sich tatsächlich: Dort lauern neben allen Klischees eine ganze Menge Vorteile – und ein böser Vorwurf.« (Vollkommen wahlloses Beispiel aus der Welt online heute.)

Ich weiß nicht, wer so eine Nachricht (inklusive fehlender Satzzeichen) lesen soll oder wird. Ich bin es nicht. Sie vielleicht? Und nun stellen Sie sich vor, jemand würde so zu Ihnen reden.  So, dass keiner weiß, worum es geht.

So, als hätten wir alle alle Zeit der Welt. So, als gäbe es nur Sie und …

Wie bitte? Wie meinen Sie das, wenn Sie sagen: »Aber so reden doch alle …«