Same old, same new

by anketroeder

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Das ultimative Recht des Schriftstellers ist die Fiktion. Das ultimative Recht des Publikums der Tiefschlaf.
(Anke Tröder)

Danke an alle meine Studierenden für eine wache, helle, gute Woche.

Die erste Woche war wie immer. ANALOG! Die Studierenden bereiten sich vor, oder auch nicht, bringen etwas mit, oder auch nicht, und reden über ihr Studium oder auch nicht. Die Gefahr bei einem sehr offenen Thema wie Mein Studium und ich ist immer dieselbe: Von drei Minuten verbrauche ich zwei für den Weg vom Kindergarten bis zur Hochschule.

Medien? Oder nicht?

Kommt drauf an. Wir wollen immer gerne sehen, was Sie können.

Klassiker: Eine LKW-Ladung Material. Es gibt auch so etwas wie analoge Folienklatscherei. Man bekommt ein Gespür dafür, mit der Zeit. Goldener Rat: Lieber ein Modell als zehn Baupläne.

Und wir arbeiten und lernen, wie jedes Jahr, immer dasselbe:

Zuviel erschlägt.

Zuviel Ich erschlägt.

Zu laut erschlägt.

Zu leise bleibt unsichtbar.

Hände sind wichtig, aber nicht wichtiger als Text.

Text ist für uns, nicht für Sie. Reden Sie mit uns. Reden Sie uns nichts vor. Reden Sie nicht in Ihren Bauchnabel.

Wir merken uns alles, was schräg und merkwürdig ist. Den Dreijährigen, der Sie mal angepinkelt hat. Danach kann man auch Kindergärtnerin werden. Schlimmer wird es nicht. Solange Sie nicht pullern sagen.

Schräg ist emotionaler Klebstoff für Fakten.

Nur schräg reicht nicht.

Nur Fakten erst recht nicht.

Nur emotional aber auch nicht. Manchmal steigt einer aus und sagt: Das war mir jetzt zu persönlich.

Darf er das?

Er darf das. Wir alle dürfen aussteigen. Jederzeit. Sie können uns  nicht zwingen. Nicht mal als Dozent. Sie können nur hoffen.

Stichworte: Relevanz, Substanz, Kundennutzen. Wie rettet mir Ihr Vortrag das Leben?

Planung ist immer auch Film. Wo stehe ich? Rechts oder links vom Flipchart. (So, dass Ihre Schreibhand zum Medium zeigt!)

Was sage ich? Was mache ich mit der roten Schnur? Kann ich meine Zuhörer dann noch sehen? Wann gebe ich das Modell rum. (Keiner hört zu, wenn das Modell rumgeht, das wissen Sie, ja?) Brauche ich zwei Modelle? Ist das Modell überhaupt wichtig? Und könnten nicht einfach alle zuhören, was ich zu sagen habe?

Nein. Nicht, wenn es nicht für uns ist. Nicht, wenn es uns nicht anspricht. Nicht, wenn Sie mit sich selber reden. Nicht, wenn das Modell stumm bleibt.

Reden Sie mit uns! Um mehr geht es nicht.