Bring stuff [and do sth. relevant with it]

by anketroeder

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Es ist ein grauer Wintertag gegen 16:30 Uhr. Sie haben sich etwas Schönes ausgedacht für heute. Sie haben auch etwas Schönes und Relevantes mitgebracht: Ihr Thema ist Lichtdesign. Nichts ist da relevanter als Licht. Sie kommen sogar ein wenig zu spät, weil Sie die Teelichte vergessen haben und noch mal umkehren mussten. Sie sind ein wenig außer Atem.

Und dann?

Schicken Sie alle nach draußen, weil Sie noch etwas vorbereiten wollen.

(Ok, sagt das Publikum. Machen wir. Nach zehn Minuten denkt das Publikum: Mhm. Wenn ich jetzt gehe, merkt es vielleicht keiner.)

Dann geht es aber auch schon los. Es ist dunkel im Raum. Sie haben das Licht gedämmt. Nur die Teelichte brennen. Sonst brennt nichts. Auch nicht Ihre Leidenschaft fürs Thema. Zumindest dringt sie nicht zu uns durch.

(Mhm, denkt das Publikum, das auch inhaltlich im Dunkeln sitzt. Wäre ich doch bloß früher gegangen.)

Und dann? Machen Sie die Teelichte wieder aus, die Sie während des ganzen Vortrags gar nicht gebraucht und auch nicht angesprochen haben und ich mache das Deckenlicht wieder an und wir reden über alles. Und dann versuchen wir es noch einmal.

Mit dem Teelicht in der Hand, so dass nichts passieren kann, aber so, dass Sie Ihr Thema spüren können. Jetzt haben Sie Ihr Licht in der Hand. Und jetzt dringt auch etwas nach außen durch, jetzt scheint da etwas aus Ihren Augen und jetzt leuchtet etwas in Ihrer Stimme. Und jetzt verstehen wir auch, worum es Ihnen geht. Was Licht bedeutet. Und warum es bei Lichtdesign um mehr geht als darum, teure Lampen zu verkaufen. Und weil das so ist, lassen wir auch das Deckenlicht an, denn schummrig ist schön, bei Präsentationen in kleinen Räumen aber auch schnell schaurig.

Nach der Veranstaltung bleibe ich noch eine Weile und spiele mit Beton und Licht und Schatten. Denn so ist es eben auch: Begeisterung ist ansteckend. Immer dann, wenn ich sie spüren kann.

Fazit: Gut überlegen: Was mache ich mit den Dingen, die ich mitbringe? Wie setze ich sie so ein, dass sie dem Publikum helfen und mir auch? Und lohnt es den ganzen Aufwand überhaupt? Und wo sitzt der Rauchmelder?

(To be continued …)